MODUL 5 – Kurs 4 – Der tiefe Schmerz
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❤️ Modul 5 – Der tiefe Schmerz
Der tiefe Schmerz ist oft das, wovor wir am meisten zurückschrecken.
Nicht, weil wir „nicht können“, sondern weil er so überwältigend sein kann,
dass er sich anfühlt wie eine Welle, die alles mitreißt.
Dieses Modul lädt dich ein, dem Schmerz nicht auszuweichen,
aber auch nicht in ihn hineinzufallen.
Sondern ihn in kleinen, sicheren Portionen zu berühren.
🌿 Was Schmerz in der Trauer wirklich ist
Schmerz ist nicht nur „Traurigkeit“.
Er ist oft eine Mischung aus Sehnsucht, Ohnmacht, Leere, Liebe,
Wut, Angst und dem Gefühl von „Das darf nicht wahr sein“.
Und genau deshalb ist er so intensiv:
Weil eure Verbindung intensiv war.
🌿 Wenn der Schmerz dich überrollt
Manchmal kommt der Schmerz plötzlich: durch ein Lied, einen Ort, einen Geruch,
einen Gegenstand, ein Datum oder eine Erinnerung.
Wenn das passiert, ist das kein Rückschritt.
Es ist ein Zeichen, dass dein Inneres verarbeitet.
🕊️ Sofort-Hilfe: Die „Wellen“-Übung (90 Sekunden)
Wenn du merkst, dass es zu viel wird, probiere diese Mini-Übung:
- Setze beide Füße fest auf den Boden.
- Atme langsam aus (länger aus als ein).
- Schaue dich im Raum um und benenne leise: 5 Dinge, die du siehst.
- Lege eine Hand auf dein Herz oder deinen Bauch.
- Sage innerlich: „Das ist eine Welle. Sie geht auch wieder vorbei.“
Du musst die Welle nicht „wegmachen“. Du darfst nur verhindern, dass sie dich verschluckt.
🌿 Was dich im Schmerz festhalten kann
Manchmal hält uns nicht der Schmerz selbst fest, sondern das, was wir über ihn glauben.
Zum Beispiel:
- „Wenn ich ihn zulasse, komme ich nie wieder raus.“
- „Wenn ich weiterlebe, verrate ich meinen Partner.“
- „Ich darf nicht lachen.“
- „Ohne ihn/sie ist alles bedeutungslos.“
Solche Gedanken sind verständlich. Und doch dürfen sie sanft überprüft werden.
Denn Liebe bleibt, auch wenn du wieder atmest.
🌿 Deine Aufgabe: Schmerz in Worte fassen
Schreiben kann entlasten, weil es dem Unfassbaren eine Form gibt.
Nimm dir Papier. Und wähle eine Option:
- Option A (sanft): Schreibe 5 Sätze: „Heute schmerzt es, weil…“
- Option B (tiefer): Schreibe einen kurzen Brief: „Was ich dir noch sagen möchte…“
- Option C (mini): Schreibe nur 3 Stichworte, die deinen Schmerz heute beschreiben.
Wichtig: Du musst nichts „lösen“. Du darfst nur ausdrücken.
🌿 Ein kleiner Schritt Richtung Akzeptanz
Akzeptanz entsteht oft nicht im Kopf, sondern im Alltag.
Ein Schritt kann sein:
- eine kleine neue Routine (5 Minuten Spaziergang, Tee, Kerze)
- ein winziger Ordnungsschritt (eine Ecke, eine Schublade, nicht die ganze Wohnung)
- ein Kontakt nach außen (eine Nachricht, ein kurzer Anruf)
- ein liebevolles „Nein“ zu dem, was dich überfordert
Nicht als Beweis, dass „du es schaffst“.
Sondern als Zeichen: Ich lebe noch. Und ich darf weitergehen.
🌟 Zum Abschluss dieses Kurses
Wenn du bis hier gegangen bist, hast du etwas Großes getan:
Du hast hingeschaut.
Du hast dich dir selbst zugewandt.
Und du hast begonnen, die Realität nicht mehr nur zu bekämpfen, sondern sie zu berühren.
Akzeptanz ist kein Schalter. Sie ist ein Weg.
Und du bist auf diesem Weg.